Komposition

Komponieren: aus dem Nichts heraus Etwas finden. Erfinden – oder wiederfinden?

Sobald etwas da ist – ein erster musikalischer Gedanke, die ersten Töne –, beginnt Verwandlung. Das, was da ist, geht einen Weg. Es erlebt sein Leben, wie ein Lebewesen, das geboren wird, lebt und schließlich stirbt. Spannend die Frage: Wann beginnt die Komposition wirklich zu leben? Und wann „stirbt“ sie – wann ist sie fertig?

Komponieren besteht nicht aus dem Aneinanderreihen guter Einfälle. Den Kuss der Musen braucht es normalerweise nur ganz am Anfang. Wenn die „Farbe“, die Grundstimmung erscheint; wenn die „Akteure“ aufgetreten sind; wenn klar ist: Welchen inneren Raum darf ich betreten?

Dann beginnt die Arbeit. Ja, so nüchtern ist das: Komponieren ist vor allem Arbeit. Ständiges Fragen: Was willst du, Musik? Wohin willst du – von dir selbst aus?

 So schaue ich als Komponist eher der Musik zu, wie sie sich entwickelt, als dass ich direkt eingreife. Manchmal schon – aber nur, damit ich danach umso gelassener der wie von selbst ablaufenden Entwicklung und Verwandlung zuschauen kann. Der Stein, den ich ins stille Wasser werfe, zieht seine Kreise. Solange sie sich von sich aus Richtung Ufer kräuseln, brauche ich nichts zu tun. Erst wieder kurz bevor sich der See ganz beruhigt hat.

 Der Hörer ist Erlebender und Zeuge des Erlebten zugleich. Er sucht nicht, wie der Komponist – er findet nur.

  • "... tief berührend ..."

    – Arvo Pärt

  • "... mit Klarheit, Verfeinerung und Tiefgang, und mit von nichts zu viel oder zu wenig, der ideale Mittelpfad zwischen Primitivität und Verkünstelung, den kaum einer sicher zu gehen weiß ..."

    – The New Listener

  • "... eine so wichtige und schöne Musik"

    Pēteris Vasks